Zug Königsbach

gegründet 05. Juli 1860

Der unmittelbare Anlass zur Gründung der Feuerwehr Königsbach war zweifellos das Brandunglück in unserem Ort am 02. August 1857. Der eigentliche Gründungstag war der 05. Juli 1860.

Die genauen Aufzeichnungen des damals in Königsbach amtierenden Pfarrers August Gräbener geben uns Einblick über die Ausmaße des Unglücks und der Hilfe, die der Landesherr und die umliegenden Gemeinden der Bevölkerung zu Teil kommen ließen. Leider besaß der Ort damals nur eine einzige Spritze, die bei weitem nicht genügte. Von überall her trafen Hilfstrupps ein. Selbst eine Abteilung Dragoner kamen zum Einsatz. 31 Wohnhäuser, 32 Scheunen und 31 Nebengebäude wurden zerstört, Menschen kamen Gott sei Dank nicht ums Leben; aber noch nach sechs Wochen wurden Feuerherde aufgegraben. Noch unter dem Eindruck dieses Fanals rief der damalige Bürgermeister W. Wenz den Gemeinderat und einige namhafte Bürger auf das Rathaus, um mit ihnen die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu besprechen. 54 Bürger wurden ausgewählt, um mit ihnen das erste Corps der Freiwilligen Feuerwehr von Königsbach zu gründen. An dieser Stelle wollen wir diesen Bürgern ehrenvoll gedenken und ihnen unseren Dank entbieten.

Von da an nahm die Entwicklung der Wehr unaufhaltsam zu. Im Januar des Jahres 1864 kam dann endlich der Anschluss an den Landesverband. Eine enorme Arbeit musste nun nach der offiziellen Gründung geleistet werden. Eine erste Bewährungsprobe der Feuerwehr war die Feuersbrunst vom 22. – 23. November 1865. Alle Anschaffungen mussten aus der eigenen Tasche finanziert werden. Wohl wurden entsprechende Eingaben an die Gemeinde gestellt, aber immer ohne jeglichen Erfolg. Alle Gesuche wurden wir folgt beantwortet: „ Was die Aufbringung der nötigen Geldmittel anbetrifft, so kann von Seiten der Gemeindekasse augenblicklich nichts zugeschossen werden!“. Durch eine Sammlung und Aufnahme eines Darlehens, sowie einer Spende des Freiherrn von St. Andre konnten die nötigen Mittel zur Bestreitung der Ausgaben bereitgestellt werden.

Auch hier sollte sich ein Wandel anbahnen, denn seit 1910 werden die Ausgaben für die Wehr aus den Haushaltsmitteln bestritten, die vom Gemeinderat im Etat vorgesehen sind.

Selbstverständlich wurden seit Bestehen des Corps alljährlich Proben im Sommer, dazu eine Generalprobe im Monat Mai abgehalten. Die Leistungsfähigkeit der Wehr, sowie die vorhandenen Löschgeräte erwiesen sich für ländliche Feuerwehrverhältnisse als durchaus zufriedenstellend, was schon daraus hervorgeht, dass er „Deutsche Phönix“ durch seinen Agenten L. Wenz, anlässlich eines Brandes als Anerkennung für vortreffliche Dienste ein Geschenk über 60 Mark überreichen ließ. Ebenso würdigte die „Schlesische Feuerversicherungsgesellschaft Breslau“ und die „Providentia“ Feuerversicherungsgesellschaft Frankfurt die Tätigkeit des Corps durch eine Zuwendung von je 30 Mark.

Im Winter 1871/72 erfolgte die Gründung der Feuerwehrkapelle. Die Ausbildungskosten übernahm die Feuerwehrkasse während die beteiligten Männer ihre Instrumente selbst bezahlten. Freiherr von St. Andre und Kaufmann L. Wenz unterstützen das Corps mit ansehnlichen Spenden.

Zur Anschaffung der dritten Löschspritze kam es im August 1875. Sie hatte eine Wurfweite von 30 Metern und benötigte acht Mann zur Bedienung. Für dieses Löschgerät mussten 1.100 Mark investiert werden. Das Steighaus wurde im Juli 1878 erstellt.

Das Jahr 1885 war für die Königsbacher Wehr ein Jubiläumsjahr. 25 Besteherjahre waren inzwischen verflossen. Während diesen Jahren musste so manche Bewährungsprobe bestanden werden und so ist es bis zum heutigen Tage.

Der junge Bürger betrachtete es als besondere Ehre, dem Corps eingegliedert zu werden. Die Zahl der Mitglieder betrug über hundert. Die Disziplin – mit seltenen Ausnahmen die überall vorkommen – war musterhaft. Im Hinblick auf die Vergangenheit der Wehr beschloss man daher schon im Frühling 1885 eine einfache, aber würdige 25-jährige Stiftungsfeier, welche auf den 12. Juli 1885 festgesetzt wurde. In der Sitzung vom 09. Februar 1885 einigte sich der Festausschuss zur Anschaffung einer seidenen Standarte, deren Lieferung der Fahnenfabrik von Karl Neff in Biberach um den Preis von 190 Mark übertragen wurde.

Jederzeit verfügte die Königsbacher Wehr über alle notwendigen Geräte, die einen erfolgreichen Einsatz bzw. eine erfolgreiche Brandbekämpfung gewährleisteten. Ganz besonders hervorgehoben wird, dass der Feuerwehrgeist stets erhalten blieb. In der Zeit bis 1960 sank die Mannschaftsstärke nie unter 80 – 100 Feuerwehrleute.

Aufgrund der in Königsbach vorgehaltenen Ausrüstung sei noch am Rande erwähnt, dass unsere Wehr bereits seit 1955 als Stützpunktwehr, bzw. Überlandhilfe fungiert.

Im Juni 1958 wurde der Fanfarenzug gegründet, dessen Mitglieder alle der Feuerwehr angehörten. Nicht nur in seinem Heimatort sondern auch weit über unsere Ortsgrenzen hinaus machten sich die Blauen Husaren einen guten Namen. Höhepunkt der Blauen Husaren war im Jahr 1985 die Teilnahme an der Steubenparade in New York. Initiator und erster Zugführer der Blauen Husaren war Günter Laumann. Im Jahr 2008 feierten die Blauen Husaren in einem sehr würdigen Rahmen ihr 50-jähriges Jubiläum.

Im Jahre 1961 wurde die Jugendfeuerwehr Königsbach gegründet. Von damals bis heute konnten hauptsächlich aus der Jugendfeuerwehr heraus die Kameraden und Kameradinnen für den aktiven Dienst gewonnen werden.

Die jüngere Geschichte der Wehr beginnt 1979 mit dem Bau des heutigen Feuerwehrhauses.
Am 30.11.1979 konnte das heutige Feuerwehrhaus in der Durlacher Straße 2 eingeweiht werden. Davor war die Wehr in der heutigen Festhalle untergebracht. Ende der 70er Jahre musste die Wehr auch einen schweren Schicksalschlag verkraften. Bei einer Dienstfahrt mit einem Feuerwehrauto verunglückte unser Kamerad Friedhelm Streithoff tödlich.

Zu Beginn der 80er Jahre war es die Hauptaufgabe der führenden Personen die Fusion mit der Abteilung Stein abzuschließen und ein Zusammenwachsen beider Abteilungen zu ermöglichen. Bereits bei den ersten größeren Einsätzen zeigte sich, dass die Abteilungen gut miteinander harmonierten und zusammenarbeiteten. Von damals bis heute wird die Kameradschaft durch gemeinsame Anlässe, wie gemeinsame Übungen, Brandschutztage, oder auch Kameradschaftsabende mit Familien gepflegt.

Im Jahr 1994 stand die erste bauliche Veränderung des 1979 gebauten und bezogenen Feuerwehrhauses in der Durlacher Straße 2 an. Die Tore des Feuerwehrhauses wurden um ca. 10 m nach vorne versetzt, um so mehr Platz in der Fahrzeughalle zu erhalten. In Folge konnte auch ein Fahrzeug des benachbarten DRK-Ortsverein-Königsbach im Feuerwehrhaus untergebracht werden.

Im Jahr 1995 wurden alle Wehren im Enzkreis mit einheitlichen Einsatzuniformen dem sogenannten „Jäger 90“ ausgestattet. Eine weitere Reform der Einsatzkleidung, machte es notwendig, dass im Jahr 2008 wieder mit einer Komplettausstattung der Wehr begonnen wurde. Diese soll bis zum Jubiläumsjahr 2010 abgeschlossen sein.

Im Jahr 1998 war die Abteilung Königsbach Ausrichter für den Landesentscheid in Baden – Württemberg der Leistungsübungen der Jugendfeuerwehren. Aus dem ganzen Bundesland nahmen Jugendfeuerwehren an der 2-tägigen Veranstaltung in Königsbach teil.

Im Jahr 2000 wurde der langjährige Königsbacher Abteilungskommandant und anschließender Kommandant der Gesamtwehr Hans Groß zum stellvertretenden Kreisbrandmeister berufen.

Seit 2005 ist bei der Feuerwehr Königsbach-Stein, Abt. Königsbach eine Wärmebildkamera stationiert, welche auch in umliegenden Gemeinden zum Einsatz kommt. Die Kamera wird auf Anfrage der einzelnen Gemeinden gesondert alarmiert.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends, standen in Königsbach und in Stein Ersatzbeschaffungen für die mittlerweile 30 Jahre alten Löschfahrzeuge auf dem Programm. Im Jahr 2004 wurde dem Gemeinderat eine Fahrzeugkonzeption vorgestellt, die im Gremium die Zustimmung fand, und bis zum Jahr 2012 realisiert werden soll.

Für die Abteilung Königsbach sieht das Konzept vor, als Ersatz für das alte LF 16 (Baujahr 1974) ein LF 16 / 12 neu zu beschaffen. Der KdoW (Baujahr 1985) wird durch einen ELW 1 ersetzt werden. Für das TLF (Baujahr 1976) und das TSF (Baujahr 1976) soll ein LF 10 / 6 angeschafft werden. Der 1985 beschaffte und 2006 umgebaute GW – T soll zum Abschluss der Konzeption ersatzbeschafft werden.

Im Jahr 2009 steht die nächste bauliche Veränderung im Feuerwehrhaus an. Zahlreiche undichte Stellen im Dachbereich der hinteren Halle, erforderten es, dass eine Dachsanierung in den Sommermonaten des Jahres 2009 durchgeführt wird. Im Weiteren erfordern es neue baurechtliche Vorschriften, dass die Spindräume von der Fahrzeughalle räumlich getrennt werden. Dieser Vorschrift wird im Rahmen der Baumaßnahme ebenfalls Rechnung getragen.

Die Feuerwehr stand in den ganzen Jahren stets unter der Führung eines Kommandanten und seinem Stellvertreter. Damit die Arbeit nicht nur auf diesen Schultern getragen werden sollte, stand ihnen der Feuerwehrausschuss zur Seite. Durch die Fusion mit der Abteilung Stein im März 1979 leitete die Gesamtwehr der Kommandant und die Abteilung Königsbach wurde vom Abteilungskommandanten geleitet.

In der langjährigen Geschichte waren verschiedene Kommandanten tätig. Stellvertretend werden die Kommandanten der letzten 50 Jahre erwähnt:
•1957 bis 1974 August Bauer
•1974 bis 1978 Gerold Förster

Abteilungskommandanten seit 1979 waren:
•1979 bis 1987 Alfred Wagner
•1987 bis 1994 Hans Groß
•1994 bis 1996 Harry Deurer
•1996 bis 1999 Hans Groß
•1999 bis 2004 Thomas Jogsch
•2004 bis 2015 Thomas Ruppender